Die URANIA berief sich auf eine lange Tradition in Deutschland. Alexander von Humboldt hielt bereits 1830 in Berlin öffentliche Vorträge über seine Reisen und Forschungen mit denen der Beginn einer populärwissenschaftlichen Vortragstätigkeit gegeben war.
1924 gründete der Biologe Julius Schasel in Jena einen freidenkerischen Bildungsverein “Urania – Freies Bildungsinstitut e.V. “, zu dem eine Zeitschrift „Urania“ und ein „Urania-Verlag“ gehörten. In seiner Hauszeitschrift und vielen anderen Publikationen verbreitete dieser Verlag Erkenntnisse aus Natur und Gesellschaft, die z. T. von marxistischem Denken geprägt waren. Folglich wurden Verein und Verlag 1933 verboten. Der SED, die 1952beschlossen hatte, den Sozialismus aufzubauen, war diese Traditionslinie natürlich willkommen. So wurde – durchhaus im Sinne der SED-Ideologie – am 17.06.1954 erneut eine URANIA gegründet. Diese sollte vor allem unter den Arbeitern, Bauern und der Jugend wirken, propagandistisch auf den Gebieten von Politik und Gesellschaft, aber auch aufklärerisch auf den Gebieten der Naturwissnschaft und Technik.
In den Massenmedien wirkte die URANIA mit bei der Gestaltung von durchaus populären Fernseh- und Rundfunksendungen wie „AHA“, „Neue Fernseh-URANIA“ und „URANIA im Funk“.
Die Zahl der angegebenen Veranstaltungen der URANIA betrug in den 80er Jahren järlich zwischen 350000 und 400000, zu denen 10 bis 12 Mio. Besucher kamen. Die Vielzahl von Veranstaltungen, die zum Teil hochqualifizierten Referenten sowie das Interesse der Menschen an gesellschafts- und naturwissens- schaftlichen Fragestellungen und Informationen trugen schließlich – etwa ab Mitte der 80er Jahre – mit dazu bei, dass auch Veranstaltungen der URANIA zu Diskussionsrunden mit einem Informationsgehalt werden konnten, wie er den Absichten der SED-Führung nicht mehr entsprach.
Umwandlung: Nachdem sich die URANIA als Verein hatte registrieren lassen, fand am 09.06.1990 in Berlin ein Kongress statt, auf dem ein neues Statut angenommen und ein neuer Vorstand nebst Präsident und Vizepräsident gewählt wurden. Die Vereinigung bezeichnete sich nun als „URANIA – Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse e.V.“; ihr Vermögen wurde, da sie von der „Unabhängigen Kommission für die Feststellung und Bewertung der Vermögen der Parteien und Massenorganisationen“ als Massenorganisation eingestuft worden war, 1991 unter „Treuhand“ – Aufsicht gestellt; es befindet sich heute in Liquidation. Während dieses Vorgangs bildeten sich zahlreiche lokale UARANIA-Gesellschaften, die sich seit 1991 im „Bundesverband Neue URANIA e.V.“ zusammenschlossen.
1991 gründete sich in Halle die Hallesche URANIA als eingetragener Verein mit ca. 80 Mitgliedern aus den verschiedenen Gesellschafts- und Berufsbereichen. Den Hauptanteil bildeten Akademiker der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg.
1994 erfolgte durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt die Anerkennung der Halleschen URANIA e.V. als förderungsfähige Einrichtung der Erwachsenenbildung. Im Jahr 2001 fand in der Geschäftsführung und bei den hauptberuflichen Mitarbeiterinnen ein Generationswechsel statt. Gleichzeitig bezog die Geschäftsstelle der Halleschen URANIA e.V., den heutigen Anforderungen an eine Erwachsenenbildungseinrichtung gemäß, neue Räumlichkeiten.
Mit rund 4000 förderungsfähigen Stunden auf den Feldern der allgemeinen, politischen und kulturellen Erwachsenenweiterbildung pro Jahr, leistet die Hallesche URANIA e.V. einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung des Bildungsniveaus der Einwohner der Stadt Halle und der Bevölkerung Sachsen-Anhalts.